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Was ist Halal-Food?

 

Halal-Food (Speisen, die nach islamischem Recht erlaubt sind) ist eine Umschreibung für Nahrungsangebote, die nicht dem heimischen Kulturkreis entstammen, sondern aus den Küchen islamischen Ländern.

 

Es handelt sich dabei vor allem um einen modernen Marketingbegriff, der im deutschen Sprachraum für Speisen gebildet wurde, die als "exotisch" gelten. Beispiele für Halalfood sind bekanntlich indische, arabische, afrikanische, malaysische und natürlich die türkische Küche. Ein Halal-Food-Angebot hierzulande muss durchaus nicht immer "original" sein, sondern ist oftmals an die Gewohnheiten der "Zielgruppe Gast" angepasst.

 

Dem Westeuropäer wird somit ein Bild einer anderen Küchen-Kultur vor Augen gebracht, das mit dem Geschehen im Ursprungsland durchaus nicht übereinstimmen muss. In Fachkreisen zählt Halal-Food seit langem zu den Wachstumsbereichen im globalen Lebensmittelmarkt – mit besonders starker Ausprägung bei den Molkerei- und Fleischprodukten.

 

Dennoch sind gewisse Grenzen unüberwindbar.

 

Dass Fleisch möglichst ‚Halal’, also entsprechend den islamischen Regeln geschlachtet werden soll, um für Muslime zum Verzehr erlaubt zu sein, ist Konsens unter Muslimen. Daher essen viele Muslime, insbesondere die konsequenter praktizierenden, nur Fleisch, das ausdrücklich aus Halal-Schlachtung stammt. Dieses Angebot fand man bisher bei dem Metzger von nebenan.

 

Das türkische Fachgeschäft, im Sprachgebrauch auch „Onkel Mehmet“ bezeichnet, stößt mit seinen insgesamt rund 15.000 Geschäften unterschiedlicher Größe in Deutschland offensichtliche an seine Wachstumsgrenzen. Eine allgemeingültige zuverlässige Prüfung, also ein verlässliches „Halal-Siegel“ zum Beispiel, gibt es bisher nicht. Die Konsumenten kennen kaum eine Zertifizierungstelle. Somit erschwert es dem Kunden ein persönliches Vertrauen aufzubauen. Der deutsche Lebensmittelhandel ist bereits in die Vermarktung von Halal positionierten Nahrungsmitteln eingestiegen und bietet eine (noch) kleine Auswahl an Halal Spezialitäten an.

 

Es mangelt jedoch offensichtlich an grundsätzlichen Waren- und Produktinformationen für dieses Sortiment, jedenfalls scheinen dem Lebensmittel- Einzelhandel Kaufmotive und Verzehrgewohnheiten seiner islamischen Zielgruppen relativ unbekannt zu sein. Dabei genießen insbesondere Molkerei- und Fleischprodukte in unterschiedlichster Form einen sehr hohen Stellenwert. Diese werden zu jeder Zeit und zu fast allem gereicht.


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51 Millionen - größte und kaufkräftigste Zielgruppe der Europäer mit muslimischem Migrationshintergrund.

 

Einen kurzen Überblick über den Einzug von Halal-Food in die deutsche Kultur und in den deutschen Handel geben und überschauen, wie weit 50 Jahre Einwanderung die Handelskultur und Konsumgewohnheit in Deutschland geprägt haben. Seitdem man von einem „global village“ spricht, sind die Essgewohnheiten ebenfalls vielfältiger, globaler und die Kundenbindung und Marken im LEH ein wichtiger Faktor geworden.

 

Daher ist es für konventionelle Lebensmittelhändler ein wichtiges Argument, ihre Sortimente nicht nur für die Zielgruppe „ausländische Mitbürger in Deutschland“, sondern auch an die Vielfalt, die in den deutschen Küchen Einzug gehalten hat standortgerecht abzupassen. Vieles, was heute für uns selbstverständlich ist, kam in den letzten 50 Jahren in die Regale der deutschen Supermärkte: Spaghetti, Auberginen, Tomatenmark, Pesto, Cappucino, Feta, Oliven bzw. Speiseöl.

 

Das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft, insbesondere für typisch Halal Lebensmittel. Sie sprechen viele Kunden aus anderen Ländern der Mittelmeerregionen an. Die arabischen und bosnischen Kunden sind mit den Markenartikeln der türkischen Halal-Produkte wie Sucuk oder Weichkäse aus dem Onkel-Mehmet-Laden in ihrer Nähe vertraut. Zudem haben fast alle Zuwanderer aus den Mittelmeerländern eine kulinarische Gemeinsamkeit.

 

Dieses Angebot wird von der deutschen Kundschaft mittlerer weile sehr gerne angenommen. Der deutscher Kundenanteil, mit mehr als 50% ist dabei keine Seltenheit mehr. Ein Halal-mediterranes Fest am Point of Sale für alle dürfte jedoch eine Inszenierung südländischer Spezialitäten sein, die nicht nur aus einem Land stammen. Wer typisch Halal auftischen will, kann auf das umfangreiche Sortiment der meist türkischstämmigen Hersteller und Vermarkter aus Deutschland zurückgreifen.